Berufsorientierung

Damit die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule später als Erwachsene ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben führen können, sollen sie trotz vielfältiger gesellschaftlicher Widrigkeiten - zu einer qualifizierten beruflichen Ausbildung hingeführt werden.
Einen Beitrag zur Stärkung der beruflichen Orientierung und damit der Ausbildungs- und Berufsfähigkeit stellt - neben dem dreiwöchigen Betriebspraktikum in Klassenstufe 9 - der Berufsorientierungsunterricht dar, den unsere Schule in Kooperation mit den Berufsschulen Bad Harzburg und Goslar-Baßgeige in 7 Berufsfeldern anbietet:
Bautechnik
Holztechnik
Körperpflege
Farb- und Raumgestaltung
Ernährung
Metalltechnik
Hauswirtschaft
Dieser Unterricht wird ausgesprochen praxisbezogenen und projektorientiert gestaltet. Dadurch werden auch Schwellenängste überwunden, geschlechttypische Berufsrollenvorurteile abgebaut und unentdeckteTalente und Neigungen zutage gefördert.
Wichtige Standbeine der Befähigung hin zur richtigen Wahl eines beruflichen Bildungsganges sind ferner die Betriebserkundung, das Bewerbungstraining, die individuelle Beratung in Abstimmung mit unserer Schule durch die Agentur für Arbeit und die Einbeziehung des Berufsinformationszentrums (BIZ) in berufsbezogene Entscheidungsprozesse. Ein individuelles Kompetenzfeststellungsverfahren stellt ein zusätzliches Element der beruflichen Findung dar.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 absolvieren jeweils in den drei Wochen vor den Herbstferien ein Betriebspraktikum. In dieser Jahreszeit sind vor allem die Firmen des Baugewerbes, die Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe, sowie die Hotels und Restaurants noch im vollen Geschäftsbetrieb, so dass Praktikumsstellen in diesen Branchen, die für unsere Schülerschaft maßgeblich berufsrelevant sind, angeboten werden können.
In der Regel durchlaufen die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule nach dem Haupt- bzw. Förderschulabschluss zunächst ein Vollzeitberufsschulbildungsangebot (Berufsvorbereitungsjahr, Berufseinstiegsklasse), bevor eine Ausbildungsstelle angetreten wird bzw. in eine Berufsfachschulklasse übergegangen werden kann. Trotzdem ist dieser frühe Praktikumstermin im Schuljahr wichtig, um vor den Gesprächen mit der Berufsberatung und den arbeitspsychologischen Befähigungstests eine berufliche Neigung im Praktikum erprobt zu haben, diese in Praktikumsmappe und Nachbetrachtung zu reflektieren und im Gespräch mit Eltern und Lehrkräften zu Berufsvorstellungen zu gelangen.
Das Betriebspraktikum dient dazu, einen anschaulichen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was es heißt, Tätigkeiten eigenverantwortlich oder unter Anleitung auszuführen. Sie müssen mit Arbeitskollegen im Team zusammenarbeiten, sich dort flexibel einfügen und zeigen, inwieweit sie bereits über die sogenannten Schlüsselqualifikationen in ihrem Handeln verfügen und wo noch Defizite vorhanden sind. Die Praktikanten lernen Betriebsabläufe kennen, sammeln Erfahrungen bei der Herstellung von Produkten bzw. bei der Erbringung von Dienstleistungen.
Sie erfahren, wie Betriebe aufgebaut sind und erhalten Kenntnis vom Anforderungsprofil eines Berufs. Sie erhalten ferner Informationen zur Berufswahl, zu den notwendigen schulischen Voraussetzungen und zu den Weiterbildungsmöglichkeiten.
Das Betriebspraktikum wird eingehend im Unterricht vorbereitet. Auf einem Elternabend werden inhaltliche, organisatorische und rechtliche Überlegungen zum Praktikum den Erziehungsberechtigten erläutert.
Die Lehrkraft ist bei der Suche nach einem Praktikumsplatz in einem Betrieb behilflich, allerdings wird hier auch an die Eigeninitiative der Schüler bzw. an das Engagement der Eltern appelliert, denn eine Praktikumsstelle, die ich mir selbst gesucht habe, stärkt mein Selbstbewusstsein.
Das Betriebspraktikum wird durch die Klassenlehrkraft intensiv begleitet, um ein erfolgreiches und zukunftweisendes Abschließen dieses Einblicks in die berufliche Welt zu erwirken. Neue Erkenntnisse und Probleme werden nicht nur mit dem Praktikanten besprochen, sondern die Lehrkraft führt auch intensive Gespräche mit dem jeweiligen Praktikumsbetrieb.
Über die Betriebspraktikumszeit müssen die Schülerinnen und Schüler eine Berichtsmappe führen. Die Lehrkraft gibt jeweils die thematischen Schwerpunkte vor, eine reine Auflistung der Tätigkeiten in Tagebuchform soll nicht erfolgen. Diese Mappe wird benotet. Die Benotung kann in verschiedene Fächer mit unterschiedlichen Gewichtungen einfließen (z.B. Arbeit / Wirtschaft, Deutsch). Die Bewertungskriterien auch die des Praxisanteils sind den Schülerinnen und Schülern vor Beginn des Praktikums offen zu legen.
Das Betriebspraktikum wird im Unterricht mit der Klasse intensiv nachbereitet. Dazu gehört zum einen ein wechselseitiger Austausch über die gesammelten Erfahrungen. Ferner beinhaltet dies auch die Fragestellung, ob sich die berufliche Orientierungsperspektive durch das Praktikum geändert hat. Ferner werden Praktikumsmappen vorgestellt und deren Qualität analysiert.
Ein abschließender Elternabend mit Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler nach Möglichkeit mit einer Präsentation der Praktikumsergebnisse sollte den Abschluss der Betriebspraktikumsphase darstellen, bevor es in die konkrete Berufsberatung geht. Dabei sollte auch die Fragestellung erörtert werden, wie wichtig es ist, in Bezug auf die berufliche Orientierung flexibel und mobil zu sein.

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